Erlesenes Heidelberg 2021 - Kurzvorstellung von Neuerscheinungen zum Thema Heidelberg

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16. Dezember 2021: Joey Rauschenberger, Die NSDAP in Heidelberg. Lokalstudie zu Organisation und Personal der NSDAP im "Dritten Reich" (Beiträge zur Heidelberger Stadtgeschichte 2) (Mattes) Heidelberg 2021, geb., 217 S., 41 Abb., 18,00 €, ISBN 978-3-86809-176-2

 

Der Partei Adolf Hitlers gelang es am 30. Januar 1933, dass ihr „Führer“ zum Chef der Reichsregierung ernannt wurde. Dieser gehörten außerdem noch die Parteigenossen Wilhelm Frick und Hermann Göring an. Aus der Regierungsbeteiligung wurde in den darauffolgenden Monaten die nationalsozialistische Diktatur, in der es keinen parteipolitischen Wettbewerb mehr gab. Für die NSDAP bedeutete dieser Triumph zugleich eine Sinnkrise, denn mit der Eroberung des Staates drohte der Apparat der Partei redundant zu werden. Wo die NSDAP ihren Platz im NS-Staat fand und dadurch ihre eigene Abwicklung verhinderte, beschreibt Joey Rauschenberger in diesem Buch. Am Beispiel der NSDAP in Heidelberg, deren Organisationsstrukturen erstmals dargelegt werden, zeigt der Autor, wie die Partei ihren umfassenden Anspruch auf politisch-weltanschauliche „Erziehung“ der „Volksgenossen“ zur Formung einer homogenen nationalsozialistischen „Volksgemeinschaft“ vor Ort umsetzte und wie sich die neue Funktion der NSDAP auch in deren rasant betriebener Vereinnahmung des öffentlichen Stadtraums niederschlug. Eine methodisch ausgefeilte Kollektivbiographie von über fünfzig Kreisleitern, Kreisamtsleitern und Ortsgruppenleitern analysiert zudem die lokale Führungsschicht der Heidelberger NSDAP und lässt das soziologische Profil dieser Gruppe greifbar werden. Die Studie schließt damit nicht nur eine Lücke der lokalen NS-Forschung, sie hat als exemplarische Fallstudie mit Vorbildcharakter das Potential, auch auf das Feld der allgemeinen NSDAP-Forschung auszustrahlen.

Alle Angaben ohne Gewähr. Änderungen vorbehalten.

 

Natürlich Heidelberg: Führungen mit Tobias Städtler 2022 (in Zusamenarbeit mit dem Heidelberger Geschichtsverein)

 

Was Geländeformen erzählen – Beobachtungen an der Hohen Straße entlang
Sonntag, 10. April, 13.50 – 17.50 Uhr
Den Wanderweg vom Langen Kirschbaum zum Weißen Stein und weiter ist fast jeder schon gegangen. Aber wer hat die vielfältigen Wegspuren und weitere Geländeformen beachtet, die diesen Weg begleiten? Die neun Kilometer lange Streckenwanderung folgt der Route der historischen Hohen Straße bis zum Neckar hinunter. Sie will zu eigenen Beobachtungen und Entdeckungen anregen und die Augen für die archäologischen Denkmäler öffnen, die sich im Gelände abzeichnen. Sie werden uns Geschichten erzählen, vom Reisen durch den Odenwald in vergangenen Jahrhunderten, von verlassenen Dörfern, Marktleuten, Räubern, Grafen bis hin zu den Freischärlern der Badischen Revolution im Jahre 1849.


Spannende Erdgeschichte rund um das Mausbachtal
Samstag, 30. April, 14.30 – 17.15 Uhr
Die Tour führt zu Zeugnissen der geologischen Vergangenheit des Mausbachtals in Ziegelhausen. Am Anfang genießen wir weite Ausblicke rundum in die Landschaft, die uns gleichzeitig Aufschluss über ihre Entstehung geben. Danach streifen wir durch Meer und Sandwüste und nehmen Einblick in die Tiefe der Erdkruste unter einem Hochgebirge. Jeweils lernen wir die Gesteine kennen, die dort entstanden sind. Die Bodenstele (Geopunkt) auf dem Büchsenacker bietet die seltene Gelegenheit, in den Boden unter unseren Füßen hineinzuschauen und zu sehen, was sich zwischen dem Gesteinsuntergrund und der bewachsenen Oberfläche abspielt. Der Weg führt uns an einem aufgelassenen Bergwerkstollen vorbei. Wie alt ist er, was wurde hier abgebaut und wie ist es entstanden? Bei der alten Brunnenstube des Klosters Stift Neuburg stellt sich uns die Frage, was das Besondere am Wasser aus dem Buntsandstein ist und für welche Zwecke es in Ziegelhausen genutzt wurde.


Vulkanausbruch, Erdrutsch, Tornado – Naturgewalten in Ziegelhausen
Samstag, 7. Mai, 14.30 – 16.45 Uhr
Ein Vulkanausbruch vor 290 Millionen Jahren, ein Erdrutsch in historischer Zeit und ein Tornado, der 1996 eine große Fläche Wald zerstört hat – die Auswirkungen dieser drei Naturgewalten lassen sich heute noch im Sengesselloch bei Ziegelhausen beobachten. Durch Steinbruchtätigkeiten freigelegt, tritt die ehemalige Lava als Rhyolithfelsen in zwei unterschiedlichen Ausprägungen zu Tage. Die eindrucksvolle Felswand an der Straße nach Peterstal kann niemand übersehen. Der zweite Aufschluss liegt verborgen in einem Talgund. Die Fließbewegungen der Lava und die Abkühlungsprozesse lassen sich jeweils am Gestein ablesen. Im Wald hat der Erdrutsch typische Geländeformen hinterlassen, anhand derer der Vorgang heute noch anschaulich nachvollzogen werden kann. Die praktisch komplett durch den Tornado zerstörte Fläche wurde dank der schon damals naturnahen Waldwirtschaft im städtischen Forst nach den Aufräumarbeiten sich selbst überlassen. Es ist interessant zu beobachten, wie sich die Fläche von Natur aus wieder bewaldet hat und welches Stadium der Wald heute, nach 25 Jahren, erreicht hat. Kommen Sie mit auf einen spannenden Rundgang.


Hohlweg, Pinge, Weinterrasse – Auf Spurensuche im Mausbachtal
Samstag, 10. September, 14.00 – 17.00 Uhr
Gerne machen sich die Heidelberger auf, um bei kleinen oder ausgedehnten Spaziergängen, die landschaftliche Vielfalt rings um das Stift Neuburg zu genießen. Der Wechsel von ländlicher Idylle und urigem Wald, so nah bei der Stadt, sorgt für ein schnelles Abschalten und der weite Blick ins Neckar- und Rheintal wirkt für viele entspannend und beruhigend. Der Mausbach formte hier ein typisches Kerbtal mit kleinen Seitentälern. Im Wald lassen sich vertraute und verborgene Spuren vieler Menschengenerationen finden. Die Geschichte der hier wirkenden Menschen wird wieder lebendig, wenn auf zum Teil verschlungenen Wegen Relikte wie Gruben, Stollen, Altwege und Weinbergterrassen wieder zum Vorschein kommen. Für das Begehen von unwegsamem Gelände ist gutes Schuhwerk und Trittsicherheit erforderlich.


Spannende Erdgeschichte rund um das Mausbachtal
Samstag, 24. September, 14.30 – 17.15 Uhr (siehe 30. April)


Durch die Schweiz ins Meer – Wanderung durch den Buntsandstein in Ziegelhausen
Samstag, 8. Oktober, 12.50 – 16.20 Uhr
Ziegelhäuser Schweiz, so wird das Naturschutzgebiet im ehemaligen Buntsandsteinbruch an der Neckarhalde wegen seiner beeindruckenden roten Felswände genannt. Nicht weit davon hat die Natur das charaktervolle, nur wenig bekannte Naturdenkmal
Felsenmeer Jägerfelsen geschaffen. In beiden Landschaften sind interessante Details in den Sandsteinen zu beobachten. Sie geben uns Aufschluss über das Klima vor 250 Millionen Jahren, die wechselnden Bedingungen, unter denen der Sand abgelagert wurde sowie weitere interessante Einzelheiten. Wie kommen zum Beispiel die Kugeln in den Kugelhorizont? Ebenso erfahren wir, wie die Blöcke des Felsenmeeres entstanden und wie sie während der Eiszeiten in ihre heutige Position gewandert sind. Genießen Sie die Eindrücke auf der Wanderung durch diese ganz besondere, teils vom Menschen, teils durch die Natur geschaffene, vom Buntsandstein geprägte Landschaft.

Die Veranstaltungen finden in Kooperation mit „Natürlich Heidelberg“ statt.
Anmeldung erforderlich über https://www.natuerlich.heidelberg.de